Silat meets Kempo 2.0

15325271_1147209925364806_5339650939964722931_oWas gibt es schö­ne­res in der Vor­weih­nachts­zeit, als sich in trau­ter Run­de zu tref­fen und sich in har­mo­ni­scher Ein­tracht gegen­sei­tig die Arme blau zu klop­pen, Gelen­ke zu mal­trä­tie­ren oder sich durch die Gegend pfef­fern zu las­sen? Genau das stand bei dem zwei­ten Semi­nar “Silat meets Kem­po” von Niko­las Sand­rock und Mar­cus Brehm auf dem Pro­gramm. Die bei­den tar­nen der­lei Tun unter dem Namen Silat Suf­fi­an Bela Diri. Und rund 25 Kampf­sport­ler aus ganz Ost­west­falen lie­ßen sich auf das fest­li­che Ereig­nis in der Advents­zeit ein. 

Die Über­lei­tun­gen der rea­li­täts­na­hen Kampf­kunst hin zu Kem­po und Kara­te waren wie das Öff­nen gleich aller Tür­chen eines Weih­nacht­s­ka­len­ders auf ein­mal. Und so lie­ßen sich anschwel­len­de Unter­ar­me, ver­gos­se­ner Schweiß und ein paar Tröpf­chen fri­schen Blu­tes leicht ver­schmer­zen. Für mich als Anre­ger die­ses Ereig­nis­ses war die weih­nacht­li­che Bot­schaft: Kem­po ist cool! Kem­po ist hart! Und Kem­po ist enorm facet­ten­reich und muss sich vor kei­ner ande­ren Kampf­kunst ver­ste­cken! Natür­lich sind die Jungs und Mädels vom Silat und der Faust­werk­statt eine tol­le Trup­pe, die läs­sig auch här­te­ren Belas­tun­gen stand­hält, sich statt in krat­zi­gen Gi lie­ber in Schlab­ber­kla­mot­ten und T‑Shirts wirft und nicht zuletzt häu­fig mit­tels groß­flä­chi­ger Tattoo’s klar­macht, dass sie ein wenig aus dem Rah­men fal­len.15268022_1144439778975154_4681405794055512371_n

Doch mit Niki Sand­rock habe ich den idea­len Dozen­ten an der Angel, der auch die­ses Mal vor den 25 Teil­neh­mern eine Lan­ze für “sein” Kem­po gebro­chen hat. Der Silat-Leh­rer mit den Lung Chuan Fa Kem­po-Wur­zeln mach­te deut­lich, dass er sei­ne Kem­po-Aus­bil­dung für die “här­tes­te Kampf­kunst­zeit sei­nes Lebens” hält. Rich­tig unter­rich­tet und aus­ge­führt, gibt es ham­mer­har­te Abhär­tungs­trai­nings, der­be Kon­di­ti­ons­drills und extrem wir­kungs­vol­le Tech­ni­ken. Nichts gegen Krav Maga, Take­won­do oder ande­re tren­di­ge Mar­ti­al Arts. Doch Kem­po mit sei­nen enor­men Mög­lich­kei­ten muss sich vor kei­ner Alter­na­ti­ve genie­ren. Es kommt auf die Leh­rer, das Trai­ning und vor allem auf die Akti­ven an.

 

 

Silat meets Kempo 2.0

Das und die Gemein­sam­kei­ten mit dem Silat stan­den bei der Neu­auf­la­ge von “Silat meets Kem­po 2.0” auf dem Plan. Mar­cus ließ uns zunächst “etwas inten­si­ver” an sei­ner Auf­fas­sung von Boden­ar­beit und “leich­tem Auf­wär­men” teil­ha­ben. Dabei sieht der Det­mol­der Jung doch eigent­lich so nett aus! 🙂 Nach­dem er die ver­sam­mel­te Ban­de aus Kem­po­ka, Silat- und Bagua-Leu­ten ein­mal rich­tig auf­ge­mischt hat­te, war dann Niki dran.

Alter Fal­ter, das Trai­ning mit dem Schlaks aus Asen­dorf ist ein­fach jedes­mal nur geil (sor­ry!). Die Prä­zi­si­on sei­ner Bewe­gun­gen, das Ver­ständ­nis von Tech­ni­ken und ihren Hin­ter­grün­den, das didak­ti­sche Gespür und die Metho­dik begeis­tern mich immer wie­der. Die fünf Stun­den, in denen uns Niki und Mar­cus durch die Man­gel dreh­ten, ver­gin­gen jeden­falls wie im Flu­ge. Was nicht zuletzt, das kann ich nicht müde wer­den zu beto­nen, auch an dem beson­de­ren Spi­rit liegt, den die bei­den und die Faust­werk­statt-Trup­pe im all­ge­mei­nen ver­brei­ten. Hier ein paar super gute beweg­te Bil­der

Die Teil­neh­mer, vor allem die höher Gra­du­ier­ten im Kem­po, beka­men von den bei­den Exper­ten jeden­falls reich­lich Geschen­ke mit auf den Weg. Denn das Auf­drö­seln der Anwen­dun­gen in der eige­nen Kampf­kunst wird noch Mona­te und Jah­re dau­ern. Struk­tur, Kör­per­dre­hung, Distanz­ge­fühl — im Silat super deut­lich, im Kem­po aber genau­so wich­tig. Denn genau das macht das Wesen einer Kampf­kunst aus. Anre­gun­gen von außen sind super. Doch wich­tig ist das Reflek­tie­ren und Auf­ar­bei­ten des neu Gelern­ten. Immer nur den Stil wech­seln ist wie das Ler­nen von Spra­chen. Wer immer nur ein hal­bes Jahr in einer Spra­che übt, kann über­all sein Früh­stück orga­ni­sie­ren. Doch für eine rich­ti­ge Unter­hal­tung reicht es nicht. Also ran an die Basics und sein Kem­po ver­bes­sern …

Impres­sio­nen vom Semi­nar

 

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