Meine erste Prüfung

Gürtelprüfung 6_2014wwwOkay, die ers­te Prü­fung, die ich sel­ber bestehen muss­te, liegt eine klei­ne Wei­le zurück. Aber jetzt war die ers­te Prü­fung dran, bei der ich sel­ber geprüft habe. Not­ge­drun­gen, denn der Rest unse­rer Trai­ner-Eli­te war im Aus­land, in Klau­sur, in Fahr­rad­ren­nen oder sonst­wo. Alles natür­lich ver­nünf­ti­ge Grün­de, aber so hat es eben mich “erwischt”. War­um so skep­tisch? Weil es natür­lich mei­ne eige­nen Schü­ler waren, die sich zur Prü­fung stell­ten.

Und die fin­de ich sowie­so schon super! Sonst hät­ten wir Trai­ner sie ja gar nicht zur Prü­fung zuge­las­sen. Außer­dem fal­len alle Miss­ge­schi­cke, alle Feh­ler und jedes ach­sel­zu­cken­de Nicht­wis­sen natür­lich auf mich zurück.

Jeder Feh­ler des Schü­lers ist zunächst ein­mal ein Feh­ler sei­nes Leh­rers.

Zudem war mein Spröss­ling Finn mit von der Par­tie, und dann fällt das objek­ti­ve Bewer­ten von Leis­tung natür­lich noch schwe­rer. Zum Glück haben mich Fabi­an und Flo­ri­an beglei­tet. Bei­de tra­gen nicht nur den 1. DAN, son­dern besit­zen auch schon eini­ge Erfah­rung in Sachen Prü­fung. So konn­te ich wenigs­tens Mäus­chen spie­len und mich wei­test­ge­hend zurück­hal­ten.

Jetzt weiß ich, wie sich Fuß­ball­trai­ner füh­len. Ich muss­te rich­tig mit­lei­den und mit­fie­bern, wäh­rend Finn und Phie­by, Leo und Felix, Ben­ny und alle ande­ren ver­such­ten, Hän­de und Füße in geord­ne­te Bah­nen zu bekom­men und nicht über die eige­nen Füße zu stol­pern. Hier ein Schlag zu weit vom Ziel, autsch! Dort ein Fuß nicht in der rich­ti­gen Stel­lung, o weh! Eine gelun­ge­ne Tech­nik, hur­ra! Eine sou­ve­rän beant­wor­te­te Fra­ge, uff!

Fabi­an und Flo­ri­an führ­ten rou­ti­niert und vor allem freund­lich durch eine Prü­fung, in der vor allem unse­re Klei­nen an der Rei­he waren. Und die schlu­gen sich wacker und so, wie ich mir das erhofft hat­te. Und wie bei Prü­fun­gen nor­mal wur­den allen Prüf­lin­gen auch ihre eige­nen Defi­zi­te deut­lich. Das ist aber kei­nes­wegs eine nega­ti­ve Erfah­rung, denn natür­lich ist allen klar, dass sie noch ganz am Anfang auf dem Weg der Kampf­kunst ste­hen. Es ist viel­mehr ein Ansporn, in den nächs­ten Jah­ren flei­ßig wei­ter zu trai­nie­ren.

Für mich war die­se Prü­fung gleich in dop­pel­ter Wei­se Anre­gung und Moti­va­ti­on. Zum einen dazu, noch inten­si­ver am eige­nen Kön­nen zu arbei­ten, denn nur dann kann ich Wis­sen auch so wei­ter­ge­ben, dass Schü­ler damit etwas anfan­gen kön­nen.
Zum ande­ren, mei­ne Fähig­kei­ten als Trai­ner deut­lich wei­ter aus­zu­bau­en und der Ver­ant­wor­tung, jun­gen Hüp­fern “was Ordent­li­ches” mit auf den Weg zu geben, auch gerecht wer­den zu kön­nen.

 

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