School is out — Eltern beim Kindertraining

Eltern-KinderEigent­lich war es ein spon­ta­ner Gedan­ke: War­um nicht ein­mal unse­re Kem­po-Kin­der zusam­men mit ihren Eltern trai­nie­ren las­sen?

Eltern sind enorm wich­tig im Sport. Auch wenn es kein Leis­tungs­sport ist. Denn sie müs­sen ihre Zwer­ge nicht nur zum Trai­ning brin­gen oder den Weg orga­ni­sie­ren. Sie sind auch ers­te Anlauf­stel­le, wenn einer der klei­nen Racker im Trai­ning den Spaß ver­liert oder ihn ein Weh­weh­chen plagt. Wenn der Trai­ner unge­recht ist oder die ande­ren Kem­po­ka es geär­gert haben. Wenn es begeis­tert ist und neue Din­ge gelernt hat. Mit ande­ren Wor­ten: Die Eltern sind für uns, die das Trai­ning orga­ni­sie­ren, eine unver­zicht­ba­re Stüt­ze, auch wenn sie nicht wäh­rend des Sports zuschau­en.

Doch bis auf weni­ge Aus­nah­men sind die meis­ten Eltern nur sel­ten anwe­send, wenn ihre Nach­wuchs-Super­stars die Fäus­te flie­gen las­sen. Und so manch einer mag sei­ne Spröss­lin­ge ins­ge­heim ein wenig unter­schät­zen ob ihrer sport­li­chen Leis­tun­gen. Da macht es doch Sinn, wenn bei­de gemein­sam mal zei­gen kön­nen, was sie schon oder noch drauf haben …

Ganz klar war: Es wür­de natür­lich spie­le­risch wer­den. Nie­mand soll­te sich genie­ren, nur weil er nicht so sport­lich ist. Kei­ne Lie­ge­stüt­ze, kein Dau­er­lauf, kei­ne Situps. Aber ein wenig Tech­nik und eini­ge Basics muss­ten sein, sonst hät­ten unse­re akti­ven Zaun­gäs­te gar kei­nen Ein­blick in das Kön­nen ihrer Kin­der haben kön­nen.

Ich war gespannt, wie vie­le Eltern tat­säch­lich kom­men wür­den. Schließ­lich war es gera­de der ers­te Feri­en­tag und zugleich das letz­te offi­zi­el­le Trai­ning vor den Herbst­fe­ri­en. Und die letz­ten Trai­nings waren eher spär­lich besetzt. Doch mei­ne Befürch­tun­gen zer­streu­ten sich schon bei der Ankunft vor der Hal­le. Wow! Bei der Auf­stel­lung in Rei­hen zur Begrü­ßung war ich schon ein wenig stolz, dass unse­re Kin­der wirk­lich so vie­le Eltern zur akti­ven Teil­nah­me bewe­gen konn­ten.

Also los! Immer abwech­selnd gab es Spie­le, Geschick­lich­keits­übun­gen und auch eini­ge Grund­übun­gen mit Prat­zen. Die meis­ten Kin­der waren stolz wie Oskar, als sie mit ihren Müt­tern und Vätern durch die Hal­le flit­zen konn­ten und mal so rich­tig zei­gen, was sie so drauf haben. Die meis­ten “Gro­ßen” kamen dabei aus dem Stau­nen nicht her­aus, als sie sahen, mit wel­cher Kraft ihre “Schütz­lin­ge” zuschla­gen oder tre­ten kön­nen. Und auch bei den so oft belä­chel­ten Katas, den Kämp­fen gegen ima­gi­nä­re Geg­ner, beka­men unse­re Eltern einen Ein­blick in die Kon­zen­tra­ti­on, die es erfor­dert, solch eine Bewe­gungs­ab­fol­ge rich­tig und mit Kraft aus­zu­füh­ren.

Das Bes­te an der Stun­de waren aber die strah­len­den Gesich­ter unse­rer Nach­wuchs-Kem­po­ka und das Lachen von Groß und Klein bei den ver­schie­de­nen Übun­gen. Für die Kin­der war es eine tol­le Bestä­ti­gung für ihre Anstren­gun­gen und mehr wert als so man­che Staub­fän­ger-Poka­le im hei­mi­schen Kin­der­zim­mer. Und für die Eltern war es ein hof­fent­lich loh­nen­der Ein­blick, der sie dar­in bestärkt, ihre Kin­der auch dann zu unter­stüt­zen, wenn es doch mal ein wenig anstren­gen­der wird oder län­ger bis zur nächs­ten Gür­tel­prü­fung dau­ert. Kampf­küns­te sind kei­ne kurz­wei­li­ge Beschäf­ti­gung mit immer schnel­len Erfol­gen. Der Weg, wirk­lich gut zu wer­den im Kem­po, ist auch für die Kin­der lang und oft stei­nig. Da kön­nen sie ein wenig mora­li­sche Unter­stüt­zung gut gebrau­chen.

Fazit: Es war mit Sicher­heit nicht das letz­te Mal, dass die Eltern mit dabei waren. Viel­leicht bekommt der eine oder ande­re ja schon beim Lesen Lust dazu, beim nächs­ten Mal mit dabei zu sein. Und viel­leicht traut sich ja sogar ein Vater …

 

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