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Verbandsarbeit – Stock und Stilrichtung

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Na also! Wir haben uns getraut und am 26. September sowohl eine Stilrichtungsversammlung der nordrheinwestfälischen Kempoka im DKV abgehalten als auch einen gemeinsamen Bo-Lehrgang. Resultat: neuer alter Stilrichtungsreferent und neue Impulse für das Training. Aber der Reihe nach:

Das Jahr 2020 wird sicherlich als eines der merkwürdigsten in die Geschichtsschreibung eingehen. Corona hat zuerst für die gesellschaftliche und sportliche Vollbremsung gesorgt, dann für ein sehr zögerliches Anfahren des Trainingsbetriebes und sinkende Teilnehmerzahlen in den einzelnen Einheiten. Und auch der Regelbetrieb inklusive aller Veranstaltungen läuft nur schleppend weiter, denn so ganz planungssicher geht momentan ja nix. Turniere, Lehrgänge, Seminare – zu unsicher ist die Situation in Sachen Covid 19 und der eventuell stattfindenden neuerlichen Einschränkungen.

Stilrichtung mit neuem Leben

So war bis zuletzt unklar, ob es nicht doch noch eine Absage des lange einberaumten Treffens der Kempo-Vereine NRW’s geben muss. Der offizielle Termin war der 26. September, durch die KDNW-Geschäftsstelle eingeladen wurden knapp 50 interessierte oder bekannte Kempo-Vereine, deren Mitwirken das zarte Pflänzlein der gemeinsamen DKV-Kempo-Sparte in Nordrhein Westfalen weiter wachsen lassen könnte. Verständlich, dass vor diesem unsicheren Hintergrund und der allgemeinen Situation aller Sportvereine dann nur der ganz harte Kern dabei war, nämlich unsere Freunde vom Shaolin Kempo Wesel-Büderich und wir vom Budo SV Kalletal.

Kurzer Exkurs zum Thema Verband: Nach wie vor halte ich unseren Einstieg in die Welt des Deutschen Karate Verbandes DKV für sinnvoll. Denn mal ungeachtet der Tatsache, dass wir Kempoka hier eher Exotenstatus genießen, bietet dieser Verband ein breites Spektrum an Möglichkeiten zum Austausch über den eigenen Tellerrand hinaus. Zwar dominiert die mitgliederstärkste Fraktion des Shotokan mit ihrer, sagen wir mal, diskussionswürdigen Fokussierung auf den olympischen Spitzensport. Aber schon innerhalb diverser Social Media-Gruppen des DKV findet eine intensive Diskussion genau über diese Ausrichtung statt. Dort merkt man schnell, dass der Deutsche Karate Verband nicht nur aus Anhängern von Kampfsport, sondern auch aus Kampfkünstlern besteht.

Das zarte Pflänzchen entwickelt sich

Entsprechend ist auch das Angebot, welches der DKV anbietet, viel größer als „nur“ Wettkampf-Kumite und Japan-Shotokan-Karate-Wettkampf-Kata. Und das Bedürfnis, seinen Horizont zu erweitern, eint viele der Aktiven im DKV. Natürlich auch der Shotokan-Kollegen! Im KDNW, dem nordrheinwestfälischen DKV-Verband, haben wir vom Kempo allerdings einen Stotterstart hingelegt, denn zunächst galt es, einige Skeptiker von der Sinn- und Ernsthaftigkeit unseres Stils zu überzeugen. Einige der Gründe sind nachvollzieh- und nachlesbar, etwa hier.

Joachim Hölscher
Stilrichtungsreferent NRW Joachim Hölscher

Doch dank der Hartnäckigkeit von Joachim Hölscher und Manfred Inoue aus Wesel-Büderich und in Abstimmung mit dem KDNW-Präsidium konnten wir jetzt in unserer Runde den offiziellen Stilrichtungsreferenten NRW wählen (nämlich Joachim) und schon einige Termine für das hoffentlich ruhigere Jahr 2021 planen.

DAN-Vorbereitung, Bo- und Saifa/Sifat-Lehrgänge werfen ihre noch zarten Schatten voraus. Ich bin extrem gespannt, ob wir auch weißgewandete Karateka auf dem einen oder anderen Lehrgang begrüßen können, denn wenigstens in Sachen Waffe und Selbstverteidigung sind wir Kempoka doch ziemlich breit aufgestellt. Anders herum freue ich mich auf den einen oder anderen DKV-Lehrgang, der meinen Horizont erweitert und hoffentlich stattfinden wird. Schaut mal selber, ob Ihr was findet, die Ausschreibungen findet Ihr hier.

Hol das Stöckchen!

Zum anschließenden knapp fünfstündigen DKV-Shaolin Kempo-Bo-Lehrgang füllte sich die kleine Halle an der Petristraße in Wesel-Büderich dann zusehends. Neben den heimischen Kempoka kamen auch die Freunde aus Bad Bentheim, Thomas² und Darwin, und bereicherten den Austausch. Ich habe den Aufwärmpart mit einigen hoffentlich neuen kleinen Übungen übernommen, dann einen Abstecher in die Welt von Wirbeln und Tricking gemacht und so vorbereitet die erste unserer Bo-Partnerübungen gelehrt.
Daran angeschlossen widmeten wir uns unter Leitung von Joachim und Manni der 3. und der 5. Schüler-Bo-Form im Stil der Weselaner. Speziell die 3. Form mit ihrer auf links gedrehten Bewegungsfolge forderte alle Ungeübten, egal welcher Graduierung, kolossal. Ob ich die im Kopf behalte? Da hilft wohl nur, beim nächsten Bo-Lehrgang mit dabei zu sein! 🙂 Oder sich die Formen auf YouTube noch einmal anzuschauen, denn unsere Kempo-Mönche vom Niederrhein haben sich und ihre Schüler nicht geschont und eine ganze Reihe von Demonstrations-Videos öffentlich zugänglich gemacht (hier zu finden). Neben unseren eigenen Bo-Formen kann man also schon zwei unterschiedliche Versionen des Umgangs mit dem Langstock im KDNW lernen – nicht schlecht für unsere noch so kleine Truppe, oder?

 

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